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Samstag, 21.10.2017
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 21. Oktober 2017:
Losungstext:
Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.
Psalm 39,8
Lehrtext:
Jesus sprach zu der kranken Frau: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!
Lukas 8,48

unsere Kirche

Der architektonische Stil der Kirche ist außen wie innen von schlichter Funktionalität geprägt. Bei der Gestaltung von Altar, Kanzel und Taufbecken wurde heimische Grauwacke verwendet, die dem Innenraum einen besonderen Charakter gibt. Als eine der wenigen Kirchen im Oberbergischen besitzt die Kirche in Kotthausen ein Geläut mit fünf Glocken. Die Orgel wurde von der Firma Schuke gebaut und 1963 eingeweiht. Das Gemeindezentrum wurde 1974 an die Kirche angebaut.

Die Kirche
Altar
Taufstein
Kanzel
Kirchenfenster
Kirchenbank

Erinnerungen - Der Bau und die Einweihung unserer Kirche
Ein Gespräch mit Pfarrer i. R. Richard Horn.
Im Gespräch mit Christoph Gehring erinnerte sich Pfarrer i. R. Richard Horn an den Bau und die Einweihung unserer Kirche vor 50 Jahren.

Wie gestaltete sich der Anfang Ihrer Dienstzeit in Kotthausen?
R. H.: Ich kam 1950 als Pfarrer der Kirchengemeinde Gummersbach nach Kotthausen. Mit meiner Familie wohnte ich zunächst im ersten Stock des Hauses, das jetzt schräg gegenüber der Kirche an der Kreuzung steht. Im Erdgeschoss des Hauses war eine Blechfabrik, deren Hämmer wir Tag und Nacht hörten. Das erste Bauvorhaben war das Pfarrhaus. 1951 konnten wir einziehen. Leider hatte das Haus zahlreiche Baumängel; oft war es von oben und von unten feucht. In der Herreshagener Straße standen damals nur wenige Häuser; um das Pfarrhaus herum waren nur Wiesen. In den ersten Jahren fanden Gottesdienste, Konfirmandenunterricht und einzelne gemeindliche Veranstaltungen in Räumen der Firma Kind in Kotthausen statt. Wenn wir uns dort trafen, hatten wir immer den Geruch aus der benachbarten Werksküche in der Nase; daran erinnere ich mich noch gut. Es gab auch ein Gartenhaus, das aber nur wenig Platz bot.

Seit wann wurde der Bau einer Kirche in Kotthausen geplant?
R. H.: Für die Gemeindearbeit erschienen mir die eben geschilderten Gegebenheiten auf die Dauer unzureichend. Deshalb habe ich sehr bald begonnen, an den Bau einer Kirche zu denken. Das Grundstück auf der Kotthauser Höhe war schon im Eigentum der Kirchengemeinde Gummersbach. Aber es gab etliche Widerstände zu überwinden: Teile des Gummersbacher Presbyteriums waren nicht sehr begeistert; sie wollten die Gemeindearbeit lieber in Gummersbach konzentrieren. Klar war auch, dass die Kirchengemeinde allein die benötigten Mittel nicht aufbringen konnte. Deshalb wurde bald ein Kirchbauverein gegründet, der Spenden für den Bau gesammelt hat.

Wer war als Architekt für den Bau der Kirche verantwortlich?
R. H.: Als die Überlegungen zum Bau der Kirche konkretere Gestalt annahmen, ergab sich ein Kontakt zu dem damaligen Kreisoberbaurat Waldemar Sahr. Es stellte sich heraus, dass er großes Interesse und eine große Freude daran hatte, die Kirche zu entwerfen und die Bauleitung zu übernehmen. Dabei hat er auf ein Honorar verzichtet. Ich hatte damals einen sehr intensiven Austausch mit Herrn Sahr über alle Einzelheiten des Kirchbaus. Wir haben uns gut verstanden und haben wirklich „Hand in Hand“ gearbeitet. Besonderen Wert legte Sahr auf die Verwendung von Bruchsteinen und von Holz aus der hiesigen Region. Er hat sich viele Gedanken gemacht, auch über die Innenausstattung der Kirche. Eingehend haben wir über die Gestaltung des Kreuzes im Inneren der Kirche gesprochen: Es hat ganz bewusst diese massive, klobige Form, es sollte kein Schmuckstück sein, sondern an den Tod unseres Herrn erinnern. Bei den Fenstern wurde bewusst auf figürliche Darstellungen verzichtet, damit die Gottesdienstteilnehmer nicht von der Verkündigung des Wortes Gottes abgelenkt würden. Wie lange dauerte die Bauzeit der Kirche? R. H.: Die ersten Arbeiten begannen im Sommer 1954. Im September war die Grundsteinlegung in Anwesenheit von Superintendent Johannes Fach, der Gummersbacher Pfarrer und der Gemeinde. Gegen Ende des Jahres 1955 ließ sich dann der Abschluss der Bauarbeiten absehen, so dass die Einweihung auf den Sonntag Estomihi, dem 12. Februar 1956, gelegt wurde.

Welche Erinnerungen haben Sie an den Einweihungsgottesdienst?
R. H.: Eingeladen wurden der damalige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Heinrich Held, Superintendent Johannes Fach, Pfarrer und Vertreter der Nachbargemeinden und natürlich alle Gemeindeglieder. Wie bei solchen Gelegenheiten üblich gab es eine Schlüsselübergabe von dem Architekten an mich. Während des Gottesdienstes wurden die Abendmahlsgeräte, die Altarkerzen und die von dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftete Altarbibel hereingetragen. Eigentlich war ich davon ausgegangen, Präses Held würde die Festpredigt halten. Dieser aber bat mich, zu predigen. Dieser Wunsch kam ein wenig kurzfristig, aber ich musste mich fügen. Als Predigttext wählte ich die Brieflesung für diesen Sonntag, 1. Korinther 13, das Hohelied der Liebe. Die Kirche war an diesem Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt. Seit diesem Tag fand an jedem Sonntagmorgen der Gottesdienst in der Kirche statt; wenige Wochen später, im März 1956, konnten wir die erste Konfirmation in unserer Kirche feiern. Somit hatte die Gemeinde ihr Zuhause gefunden. Dazu gehörte auch der Raum im Untergeschoss, in dem die Konfirmanden und die Frauenhilfe sich trafen. Was damals zuerst noch fehlte, waren die Orgel und die Glocken. Diese wurden allerdings noch im selben Jahr gegossen. Im September trafen sie in Kotthausen ein und wurden auf einem geschmückten Wagen durch die Gemeinde gefahren. Nach ihrem Einbau im Turm fand am Sonntag, den 23. September die Glockenweihe statt. Die Orgel, gebaut von der Firma Schuke, wurde am Reformationstag des Jahres 1963 eingeweiht.