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Samstag, 21.10.2017

Liebe Gemeindemitglieder,
wenn ich Besuch erwarte, fühle ich mich verpflichtet, vorher die Wohnung aufzuräumen und für den Gast oder die Gäste alles besonders gut vorzubereiten. Das ist einerseits sozusagen normal und hat ja auch etwas mit dem Respekt gegenüber Gästen zu tun. Andererseits kann es mich belasten, und schlimmstenfalls verdirbt es mir sogar die Freude auf den Besuch und das Zusammensein mit Gästen.
An Weihnachten, so kann man sagen, kommt Gott uns besuchen. Er kommt nicht wie ein Staatsgast, sondern ganz klein und unscheinbar, wie es sich in der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium zeigt. Er erwartet keinen großen Empfang, kein Festessen, keine Geschenke, und er kommt auch nicht nur zu irgendwelchen besonders wichtigen Leuten (sog. VIPs), sondern er kommt zu uns, so wie wir sind, mit unseren Möglichkeiten und Grenzen, mit unserer Freude und unserem Glück, mit unseren Problemen und Belastungen und unserem Stress; er kommt in den Unfrieden und das Unrecht unserer Welt. Er kommt, um uns zu zeigen, wie wichtig wir ihm sind, wie sehr er uns lieb hat. Er kommt, um uns heil zu machen, uns Freude, Mut, Vergebung, Hoffnung und Frieden zu bringen. Er kommt und erwartet von uns, dass wir uns ihm öffnen und uns beschenken lassen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Advent heißt, mich auf Gottes Kommen einzulassen und vorzubereiten: nicht mit hektischer Betriebsamkeit, die mir am Ende die Freude auf Weihnachten nimmt, sondern in aller Ruhe, im Hinhören auf das, was Gott mir sagen will, mit Aufmerksamkeit für die Menschen, in denen er mir begegnen will.

Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.

Unser Gott kommt und schweigt nicht“.

(Psalm 50, 2.3a)

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und lade Sie herzlich ein zu unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen.

Ihr Christoph Gehring